Gaslighting
Wenn die eigene Wahrnehmung systematisch infrage gestellt wird.
Definition
Gaslighting bezeichnet ein Muster, bei dem eine Person die Wahrnehmung, Erinnerung oder Urteilsfähigkeit einer anderen systematisch infrage stellt, sodass diese an sich selbst zweifelt. Der Begriff stammt aus dem Theaterstück und Film „Gaslight“.
Typische Aussagen
- „Das habe ich nie gesagt.“
- „Du bildest dir das ein.“
- „Du bist einfach zu empfindlich.“
- „Alle sehen das so wie ich.“
- „Du erinnerst dich falsch.“
Folgen
Anhaltende Selbstzweifel, Angst, Entscheidungsunsicherheit, Rückzug, das Gefühl, „verrückt zu werden“. Nicht selten kommen Schlafstörungen und körperliche Stresssymptome hinzu.
Abgrenzung
Unterschiedliche Erinnerungen sind normal – Menschen erinnern sich tatsächlich verschieden. Gaslighting liegt vor, wenn es ein wiederkehrendes Muster gibt, das systematisch die Wahrnehmung der anderen Person untergräbt.
Gegenstrategien
- Ereignisse zeitnah dokumentieren (Notizen, Nachrichten aufbewahren)
- Realitätsabgleich mit vertrauten Personen
- Nicht um die Anerkennung der eigenen Wahrnehmung kämpfen: „Ich sehe das anders.“ genügt
- Professionelle Unterstützung suchen, wenn Selbstzweifel anhalten
Quellen
Sweet P. L., The sociology of gaslighting, American Sociological Review 2019; Beratungsliteratur zu psychischer Gewalt.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.