Grenzen setzen
Konkrete Formulierungen und Strategien für den Selbstschutz.
Was Grenzen sind
Eine Grenze beschreibt, was du tust – nicht, was die andere Person tun muss. „Wenn geschrien wird, beende ich das Gespräch“ ist eine Grenze. „Du musst aufhören zu schreien“ ist eine Forderung.
Formulierungen
- „Darüber möchte ich jetzt nicht sprechen.“
- „Ich lege auf, wenn das Gespräch so weitergeht. Wir können morgen weiterreden.“
- „Ich sehe das anders. Wir müssen uns hier nicht einigen.“
- „Nein.“ – vollständiger Satz, ohne Begründung.
Die Grey-Rock-Strategie
Bei unvermeidbarem Kontakt (z. B. gemeinsame Kinder, Arbeitsplatz): sachlich, kurz, emotionslos antworten, keine persönlichen Informationen preisgeben, keine Reaktion auf Provokationen.
Womit zu rechnen ist
Neue Grenzen führen häufig zunächst zu stärkerem Widerstand: mehr Druck, Vorwürfe, Charmeoffensiven oder Rückzug. Das ist kein Zeichen dafür, dass die Grenze falsch war.
Sich Unterstützung holen
Grenzen sind leichter zu halten, wenn andere davon wissen. Beratungsstellen, Psychotherapie und Selbsthilfegruppen helfen beim Einüben. Bei Bedrohung oder Gewalt geht Sicherheit vor: Polizei (133/112), Gewaltschutzzentren, Frauenhelpline 0800 222 555 (Österreich).
Quellen
Beratungsstandards von Gewaltschutz- und Opferschutzeinrichtungen; verhaltenstherapeutische Selbstsicherheitstrainings.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.